Das Allerhöchste
G. Schmidt
Was thut uns als Höchstes das Lied wohl kund?
Das Schönste am Menschen das ist sein Mund!
Und weil ihm das Beste auf Erden gebührt,
Drum wacker den Wein ihm nur zugeführt,
Der in den Bechern thut blinken:
Das Beste aber ist trinken!
Chorus
Fideli! Fidela! Fidelum lum lum!
Und da kreisen die Becher herum!
Das Andere was dem Munde gebührt,
Das ist ein Lied, das die Herzen rührt,
So feurig, so golden, so lauter und rein,
Das ist ein Lied, so hell wie der Wein,
Der in den Bechern thut blinken:
Das Beste aber ist trinken!
(
Chorus
Das dritte, was man ihm lassen muß,
Das ist von rothen Lippen ein Kuß
Von einem holdseligen Mägdelein,
So lieblich, so feurig als wie der Wein,
Der in den Bechern thut blinken:
Das Beste aber ist trinken!
(
Chorus
Und weil nun das Allerhöchste der Wein,
Soll unser Heiland der Noah sein!
Nicht freut uns die Liebe, wo leer das Faß,
Da fehlt uns zum Liebe Sopran und Baß.
Den Wein laß im Becher hell blinken:
Das Beste ist ja das Trinken!
(
Chorus
Mag Jeder sich loben das was er will,
Wir meinen, die Dirne sie schweige still,
Es warte das Lied, wenn das Glas am Mund,
Und erbebet die Erde im tiefsten Grund:
So mögen die Klöster versinken --
Wirthshäuser bleiben zum Trinken!
(
Chorus
Und wer nun hat dies Lied erdacht?
Zwei fahrende Leute zu guter Nacht,
Die haben's gesungen so frank und frei,
Der Wirth und sein Töchterlein saßen dabei:
Das war ein Mädel wie Rosen,
Die freute das Singen und Kosen:
Chorus
Fideli, fidela, fidelum lum lum,
Hei, da kreisten die Becher herum!