Wein her

G. Schmidt

O daß ich hab' nur einen Mund!

Das will mir nicht behagen!

Auf jeden Zug ein voller Krug --

Und doch dem Durste nicht genug, --

Stets muß den Brand in Leibesgrund

Ich Armer mit mir tragen!

Wein her!

Wie ist der See so wohl daran!

Weit auf von allen Seiten,

Ist stets er voll und hat kein Dach,

Auf daß der Regen und der Bach

In guter Ruh einströmen kann

Zu allen Tageszeiten!

Wein her!

O, wenn mein Mund ein Thal nur wär',

Wenn Wolkenbrüche fallen!

Wenn jede Wolk' ein Fuder Wein,

Das müßt für mich 'ne Wonne seyn!

Und donnerten die Wetter schwer,

Das gält' als Stöpselknallen!

Wein her!