Carmosenella
G. Schmidt
Ach wie schön ist Carmosenella,
Wenn sie tanzt die Tarantella.
Seht, wie kann sie die Füßchen schwingen,
Wie wenn Heimchen im Grase springen.
Ach wie schön ist die Tarantella,
Wird sie getanzt von Carmosenella!
Seh' ich ihr lachendes Mündchen blitzen,
Muß ich im bloßen Hemde schwitzen,
Und diese Augen, wie zwei Gestirne,
Taumeln machen sie mein Gehirne.
Ach wie schön...
Mag es auch andere Schönen geben,
[Stelle nur Carmosenella
daneben,
Und besiehst du bei Licht die Engel,
Findest du Mängel über Mängel.
Ach wie schön...
Andrianella, die Manche wohl möchten,
Hat nur spannenlange Flechten.
Carmosenella's Ringellöckchen
Gehn ihr hinab bis über das Röckchen.
Ach wie schön...
Schön ist Annuccia, aber ihr Näschen
Gleicht einem stattlichen Ziegenkäschen.
Unter Carmosenella's Stirne
Sitzt eine Muskatellerbirne.
Ach wie schön...
Cannetella fände wohl Gnade,
Doch sie ist braun wie Chocolade.
Aber auf Carmosenella's Wangen
Siehst du Lilien und Rosen prangen.
Ach wie schön ist die Tarantella,
Wird sie getanzt von Carmosenella!