Margherita

G. Schmidt

Jüngst fuhr ich von Sorrento

Gen Scutari, zu fischen.

Es schlief der Wind inzwischen,

Doch Amor hielt sich wach.

Da hört' ich vom Gestade

Ein einsam Mägdlein singen,

Als wollt' ihr Herz zerspringen,

Weil Lieb' und Treue brach.

Mit ahnungsvollem Herzen

Stieg' ich ans Land geschwinde,

Wo ich ein Englein finde,

Das weinet immerzu.

Doch als mit nassen Wangen

Sich zu mir kehrt das Mädchen,

Da ruf' ich: O mein Gretchen,

Mein erster Schatz bist du!

Und riß dich einst dein Vater

Mir grausam von der Seite,

Dein Fischer zog ins Weite,

Die Lieb' ist nicht geflohn.

Von Holland nach Sorrento

Hat sie mich hergetrieben;

Gieb für sein treues Lieben

Dem Fischer nun den Lohn!