Lob des Weines

G. von Zieritz

Erhebe dich! Nimm deinen Krug und gieße

Uns ein den süßen Wein von El Andar,

Denn eine holdre Labe gibt es nicht.

Gieß ein uns dieses köstliche Getränk,

Des Farbe goldig schimmert, so als hätten

Sich safranfarbene Blüten drin entfärbt.

Gieß ein uns diesen Trank, der alle Sorgen

Verjagt und der die Traurigkeit erstickt

Und unsrer Seele edeln Mut verleiht.

Gieß ein uns diesen Trank, der die Verachtung

Der irdischen Güter in dem Geizhals weckt!

Um-Amr, du hast nicht wohl an mir getan:

Du hast den Kelch, als er nach rechts hin kreisen

Gesollt, von mir entfernt. Das war nicht gut.

Wert bin ich dieses Trankes so wie du.

Wie viele Becher hab ich einst geleert

In Baalbek und Damaskus! Lustig, Brüder!

Denn eines Tages kommt der Tod zu uns.

Wir alle sind geschaffen für den Tod.12

Der Tod ist für uns all geschaffen. Auf!

Genießen wir die Zeit, solang sie blüht!