Ein Sträusslein möcht' ich gar zu gern

H. Esser

Ein Sträußlein möcht' ich gar zu gern

Von diesen Blümlein allen,

Die auf der Wiese nah und fern

Mir gar so wohl gefallen!

Ach, blieb nur auf der Thau darauf

Mit seinem Demantschimmer,

Er träufelt ab, dieweil ich lauf

Durch's Haus hinauf ins Zimmer!

Mit Wasser füll' ein Gläslein ich,

Die Blumen zu erlaben,

Ihr Duft verbreitet schnelle sich --

Man kann nichts Schön'res haben!

Doch nein! ich laß' die Blümlein stehn,

Und will mir keines pflücken,

Mag auf der Wies' sie lieber seh'n,

Brauch nicht mich d'rum zu bücken.

Und fallen sie dann endlich ab,

Wenn sich die Hälmlein biegen,

So können sie im grünen Grab

Still auf der Wiese liegen!