Die Eine

H. Esser

Der Frühling bracht uns Seligkeit,

Nun möcht' ich gern die goldne Zeit

Verkosen!

Es glühn und sprühn in bunter Art,

So wonnevoll und mild und zart

Die Rosen, ja Rosen!

Hervorgelockt vom Maienlicht

Erblüht auch das Vergißmeinnicht

Auf's Neue!

Es spricht sein wunderlieblich Blau,

Beperlt von Sehnsuchtsthränenthau

Von Treue, ja Treue!

Ich geh' an ihrem Haus vorbei,

Dort grüßen mancherlei

Im Golde!

Da denk' ich in der stillen Qual,

Ach! grüßte dort nur noch einmal,

Die Holde, ja Holde!

Doch sieh', kein Fenster thut sich auf

Drum lenk' ich fort im stillen Lauf

Alleine!

Doch wo ich wandre fern auch hin,

So kommt mir nie wohl aus dem Sinn

Die Eine, ja Eine!