Abschied
H. Esser
Tränen hab ich viele, viele vergossen,
daß ich scheiden muß von hier.
Doch mein lieber Vater hat es beschlossen,
aus der Heimat wandern wir.
Heimat, heute wandern wir,
heut' auf ewig von dir,
drum ade, so lebe wohl!
Lebet wohl, ihr meine Rosen im Garten
und ihr meine Blümelein;
darf euch jetzt nicht weiter pflegen und warten,
denn es muss geschieden sein.
Liebe Blümlein, weint mit mir
heute scheid' ich von hier
drum ade, so lebet wohl!
Lebet wohl, ihr grünen, blumigen Felder,
wo ich manches Sträußchen band.
Lebet wohl, ihr Büsche, Lauben und Wälder
wo ich kühlen Schatten fand.
Berg' und Täler, stille Au'n,
werd' euch nimmermehr schau'n,
drum ade, so lebet wohl.
Lebe wohl, so ruf' ich traurig hernieder,
ruf's von Berg hinab ins Tal.
Heimat, Heimat, seh' ich nimmer dich wieder,
seh' ich dich zum letzten Mal?
Dunkel wird es rings umher,
und mein Herz ist so schwer,
drum ade, so lebe wohl!