Nun kommt die trübe Winterzeit
H. Esser
Nun kommt die trübe Winterzeit
Mit ihrer langen Qual;
Die Schwalben ziehen auch schon weit,
Weit über Berg und Thal.
Und heute früh an's Fensterlein
Flog eine dicht heran,
Als wollt' sie sagen: laß mich ein!
Und sah mich freundlich an.
Da hab' ich sie zu ihm gesandt
Und ihr mein Leid geklagt,
Und manchen Gruß in fernes Land
Hab' ich ihr angesagt.
Nun kommt sie wohl heut Abend spät,
O ja gewiß, sie muß!
Und sagt, wie's meinem Liebsten geht,
Und bringt mir seinen Gruß.
Und wird's nicht eh', so ist sie doch
Zum Frühling wieder hier,
Und bringt von seinem Grabe noch
Ein dürres Hälmchen mir.