Was flüsterst Du
H. Gál
Was flüsterst du so matt in meine Ohren, o Tod, mein Tod?
Wenn die Blumen fallen im Abend
und Vieh heimkehrt zu seinen Hürden,
kommst du verstohlen an meine Seite und redest Worte,
die ich nicht verstehe.
Mußt du so frei'n und werben um mich
mit dem betäubenden Gift
einschlafernden Murmelns und kalter Küsse, o Tod, mein Tod!
Wird es denn keine stolze Feier geben für uns're Hochzeit?
Willst du nicht mit einem Kranz deine braungeringelten Locken umwinden?
Ist da keiner, der die Fahne voranträgt;
und wird die Nacht nicht in Feuer
stehen vor deinen roten Fackeln, o Tod, mein Tod?
Komm mit deinem Muschelläuten,
komm in der schlaflosen Nacht.
Kleide mich in deinen Purpurmantel, fasse meine Hand und nimm mich.
Laß vor meiner Türe deinen Wagen bereit sein,
mit deinen ungeduldig wiehernden Rossen.
Hebe meinen Schleier und blick mir keck ins Gesicht, o Tod, mein Tod!