Fern dort über'm Strom bei Nacht

H. Huber

Fern dort überm Strom bei Nacht

Brennt so spät ein Lämpchen immer;

Sinnend vor dem Schlafengehn

Muß ich schau'n in das Geflimmer.

Und als hielte Geisterhand

Mir ein Fernrohr vor die Blicke,

Ist's als ob das stille Haus

Näher mir und näher rücke.

In dem Stübchen hell und klein

Stickt ein Mädchen an dem Rahmen;

Blumenkränze rings umziehn --

Könnt' ich's lesen! -- einen Namen.

Endlich steht sie auf; ihr Haupt

Seh' ich sie an's Fenster lehnen,

Hold geneigt, in stillem Schmerz,

Und ihr Auge blinkt von Thränen.

Doch das süße Bild zerrinnt

Auf der Nachtluft kühlen Schwingen.

Einsam will ich denken sein

Und der Sehnsucht Lieder singen.