Abschied

Marschner, Heinrich

So schau' ich denn zum letzten Mal

Hinunter in das grüne Tal.

Die Morgenglocken klingen,

Die Lerchen frölich singen -

Ich aber ruf' ins Tal hinein:

Leb' wol, leb' wol, Wirtstöchterlein!

In Deines Friedens duft'gem Grün

Laß Gott Dich wie ein Röslein blüh'n.

Mit Lachen, Scherz und Singen

Mög' Alles Dir gelingen.

Und wem Du schenkst vom kühlen Wein,

Der segne Dich, Wirtstöchterlein!

Ich aber mach mich auf den Weg

Und sitz' bald wieder im Colleg.

Doch oftmals überm Lernen

Gedenk' ich noch der Fernen.

Und in das Heft leg' ich hinein

Dein Röslein rot, Wirtstöchterlein!

Und mach' ich Abends in der Kneip'

Bei Spiel und Wein mir Zeitvertreib,

Wenn wir die Runde singen,

Soll stets Dein Name klingen;

Zuerst soll stets getrunken sein

Dein Wol, Dein Wol, Wirtstöchterlein!