Nachts in der Herberge

Marschner, Heinrich

Ei, säß' ich wo der Pfeffer wächst!

Muß ich so spät noch wachen.

Mich hat das Mädel ganz behext

Mit Scherzen, Lied und Lachen.

Der Wein hat mir nit sehr gemund't,

Ich fühle mich so gar verwund't -

Wer weiß, was mir möcht' frommen?

Um's Kämmerlein, darin sie liegt,

Die nächtigen Winde rauschen.

Die Lind' ihr Haubt ans Fenster schmiegt,

Als wollt sie was belauschen.

Ja, wär' ich hier im Haus nicht Gast,

Ich säß' wol auf dem höchsten Ast -

Das möchte sacht mir frommen.

Ist das ein Gram, ein schönes Kind

Zu sehn, und gleich zu mißen!

Da wollt' ich doch, ich wäre blind

Und tät von gar Nichts wißen.

So aber bin ich ein junger Knab',

Helle Augen, durstigen Mund ich hab', -

Und kann mir gar Nichts frommen!