Hinaus in die Welt
Marschner, Heinrich
Auf, tummle dich, Hengst,
Im wildesten Braus!
Ich will in die Welt,
In das Leben hinaus!
Wer mag an die Scholle
Gefesselt sein?
Duftgrünende Erde,
Blauer Himmel ist mein.
Hochfelsige Berge,
Fruchtschwellende Thale
Durchstreif im hellen
Goldsonnenstrahle.
Ich baue kein Haus,
Ich säe kein Feld;
Meine Wohnung ist rings
Die endlose Welt.
Ich pflanze keine Rebe,
Ich presse keinen Wein;
Der schäumende Becher
Ist mein, ist mein!
Ich pflege keinen Baum,
Ich erwarte keine Blüt',
Ich hasche die Frucht,
Die über mir glüht.
Ich freie kein Weib
Zu trägem Genuß,
Ich liebe vom Roß
Den flüchtigen Kuß.
Ich liebe den Freund
Bei Schwert, Trunk und Scherz;
Doch bind' ich mich nimmer:
Fahr' wohl, Bruderherz!
Ich will nicht die Ruh,
Ich will nicht die Rast,
Ich bin der Minute
Schnellflüchtiger Gast.
Fort, tummle dich, Hengst,
Im wildesten Braus,
Ich will in die Welt,
In das Leben hinaus!