Verloren

Marschner, Heinrich

Ich ruh nicht in den Nächten,

Ich ruh nicht an den Tagen;

Es treibt mich ohne Rasten,

Durch Berg und Thal zu jagen.

Da seh ich schwarze Wolken

Am schwarzen Himmel fliegen,

Da seh ich die dunkeln Lande

Gespenstisch düster liegen.

Da hör ich der Vögel Lieder

Schmerzlich und schreiend schallen,

Da seh ich Trauerblumen

Von blühenden Bäumen fallen.

Und düstre Schattengestalten

Verfolgen mich durch die Räume,

Wahnsinnig machen den Kopf mir

Verworrene wüste Träume.

O könnt' ich noch einmal sehen

Die tiefen frommen Augen,

Und Frieden, Seligkeit, Segen

Aus ihrem Himmel saugen!