O wär' ich wo anders her

Marschner, Heinrich

O wär' ich wo anders, wo anders her! --

Das Scheiden, das Scheiden wär' nicht so schwer.

Ich weiß nicht woher, ich weiß nicht warum,

In der Fremde ist Alles so still und stumm.

Es reden die Berge, die Bäume nicht,

Die Sonne ist trübe von Angesicht.

Hier blickt sie freudig herab zum Rhein,

Da lächelnd begrüßt ihn ihr Morgenschein.

Und durch die Reben am Berge, sacht

Wandeln die Nebel, die Geister der Nacht.

Und hoch die Ruine im Epheukleid

Erzählt von alter vergangener Zeit.

Mit hundert Thürmen der heilige Dom

Spiegelt sich stolz im heiligen Strom. --

O wär' ich wo anders, wo anders her,

Das Scheiden, das Scheiden wär' nicht so schwer.

Ach, auch die Menschen, so frei und froh,

Sind anders nirgends, sind nirgends so.

Ich weiß nicht woher, ich weiß nicht warum,

In der Fremde ist Alles so still und stumm.