Frühling

Marschner, Heinrich

Wie fließt die Luft so lind und lau,

so lösend um die Glieder!

Es leuchtet der Himmel durchsichtig blau,

es wallen so leicht die Wolken nieder,

die Wiesen durchschimmert ein neues Grün,

leise wonnige Lüfte zieh'n,

und über der fernen, fernen Au

versucht die Lerche die ersten Lieder.

Aufblühende Farbe, aufblühender Klang!

Wie löst dabei sich jeder Sinn:

Das Auge schaut empor,

es lauscht das Ohr

erwartungsfroh und bang

harret die ganze Seele hin.

Wie durchgreift mich dies Weben!

Es ist in Wenigem so viel.

So ferner Hoffnung Ziel

kann solche Wonne geben.

Es dehnt sich die Brust so weit entgegen

voll ahnender Freudigkeit dem lichteren Frühlingssegen.

Wie weht die Luft so lind und lau,

so lösend um die Glieder!

Es leuchtet der Himmel durchsichtig blau,

es wallen so leicht die Wolken nieder,

die Wiesen durchschimmert ein neues Grün,

leise wonnige Lüfte zieh'n,

und über der fernen, fernen Au

versucht die Lerche die ersten Lieder.