Unsre Thränen
Marschner, Heinrich
Ich saß ihr gegenüber
und schaute ihr ins Aug',
da ward der Blick ihr trüber,
und meiner ward es auch.
Ich fragte sie: "Geliebte,
was feuchtet dir das Aug'?"
Sie sprach: "Was deines trübte,
das feuchtet meines auch.
Nicht Leiden, Teurer, wähne
auf meines Herzens Grund;
für Liebe spricht die Träne
beredter als der Mund.