Was pochet an mein Fenster

Marschner, Heinrich

Was pochet an mein Fenster?

Was streckt herein die Hände? --

Es ist mein Freund, der Frühling,

Er will die alte Spende.

O daß ich dich verstehe!

Du willst die alten Lieder;

Wie ich dir einst gesungen

Soll ich dir singen wieder.

Damit ist's aus, du Holder,

Gar Vieles ist geschehen,

Gar viel hat sich geändert,

Seit wir uns nicht gesehen.

Gieb mir die Liebe wieder,

Die ich seitdem verloren,

Und führe mich zurücke

Zu meiner Heimat Thoren.

Dann will ich jubelnd singen,

O Lenz, zu deinem Preise,

Bis alle Knospen springen

Und schmelzen alle Eise.

Dann will als Fahnenträger

Ich vor dir ziehn mit Sange,

Und jubeln soll die Erde

Bei deinem Heldengange.