Bei Tag ist so viel Laufen

H. Triest

Bei Tag ist so viel Laufen

Und Schreien, Schieben, Raufen

Von Menschen, Worten, Sachen,

Die so viel Wirrwarr machen,

Wie Babels Turm vor Zeit,

Daß manche kleine Schmerzen

Und manche Lust im Herzen

Sich heimlich davor scheut.

Doch abends, wenn die Grillen

Im warmen Herde schrillen,

Und Mäuschen aus den Ecken

Die spitzen Köpfchen strecken,

Wenn alles still zur Ruh;

Dann macht sich auch ganz heimlich,

Verstohlen still und träumlich

Die Liebe wohl herzu.

Die Liebe und die Grillen

Die zirpen gern im stillen;

Gern hör' ich Grillchen singen

Und laß' die Mäuschen springen

Nach abendlichem Brauch;

Und sollte nicht der Liebe,

Wo sie ihr Spielchen triebe,

Ein Stündchen gönnen auch?