Schlage ruhig liebes Herz
H. Triest
Schlage ruhig, liebes Herz,
Poche doch nicht mehr;
Wonach irrst du immer noch
Wandernd hin und her?
Ziehen ew'ge Sterne nicht
Droben wieder auf,
Führen, athmend goldnes Licht,
Ihren stillen Lauf?
Ist nicht alles zu der Stund'
Wie es gestern war,
Wie es morgen wiederum
Sein wird, fest und klar?
Schwebt die dunenweiche Nacht
Nicht — vom Abendhauch
Schaukelnd leis' getragen — sacht
Über Flur und Strauch;
Deckt mit mütterlichem Sinn
Alle Kinder zu,
Streicht mit sanfter stiller Hand
Jedes Aug' zur Ruh'.
Webt die Well' im Geisterhusch
Klimpernd um das Rohr;
Vogel blustert leis' im Busch
Eh' es schweigt dem Ohr. —
Schlage ruhig, liebes Herz,
Wolltest du allein,
Da im Einklang alles liegt,
Friedenstörer sein?