Abschied

J. da Motta

Eh' nun Wiedersehn und Meiden

Mich verwirren, mich erregen,

Laß noch einmal mich bescheiden,

Dir mein Herz zu Füßen legen.

Willst Du Dich mir gnädig zeigen,

O so wolle eins mir schenken:

Meinem demuthvollen Neigen

Ein getreues Angedenken!

Nicht ein sehnendes Verzehren,

Nicht ein Schmachten voller Schmerzen,

Doch ein flammendes Verehren

Nehm' ich mit in meinem Herzen.

Weihe meines Geistes Waffen,

Laß mich Deine Farben tragen,

Dir zum Ruhm begeistert schaffen,

Dir zu Ehren Schönes wagen!

Du, an deren Hand mit Beben

Ich betrat die Bahn des Schönen,

Sei die Weihe meinem Leben,

Sei die Muse meinen Tönen!

Woll' an meinem Lied Dich weiden,

Töne jedes Dir zum Frommen,

Dann ein Bleiben ist mein Scheiden,

Und mein Wandern ist ein Kommen.

Lasse Lust aus Schmerz erglühen,

Glück mich ziehn aus Scheidens Loosen;

Lebensblumen, die verblühen,

Werden zu Erinn'rungsrosen!