Erfüllung
J. da Motta
Der Wind, der wandernde Wind,
Der die Sommerabende kühlt,
Wer leiht seinen Tönen den Zauber,
Wenn er rauschend die Blätter durchwühlt?
Sind es die wehenden Föhren,
Ist es der Halme Gewog,
Sind's die gehöhlten Felsen,
Die er im Wehen durchzog?
Ist es, weil all die Klänge
In ihm vereinigt sind,
Daß er so meisterhaft aufspielt
Der Wind, der wandernde Wind?
Nein, nein, die süßen Laute,
Mit denen er füllt den Raum;
Er zieht sie nicht aus der Föhre,
Nicht vom lispelnden Weidenbaum.
Nicht von der murmelnden Quelle,
Nicht von dem Felsenthron,
Die Lieb' in unsrem Herzen
Leiht ihm den ergreifenden Ton.
Das Band, das die Seelen verbindet,
Rühret er leis und gelind,
Daß wir lauschen und zittern und beben
Vor dem Wind, dem wandernden Wind.