Aglaia's Klage

J. Goldschmidt

Der Wind singt so traurig,

Das Laub wird so roth,

Der Uhu klagt schaurig,

Die Welt ist so todt.

Es sind keine Schmerzen,

Und doch thut es weh,

Wie ich, unter Scherzen,

Vor Sehnen vergeh'.

Er trägt mich auf Händen,

Mit Liebesgewalt.

Und doch möcht' ich enden,

Mir ist es so kalt.

Die Mutter die sagte:

Die Liebe wacht auf!

Ach: wenn sie doch tagte!

Noch harre ich drauf!

Noch dringt mir die Liebe

In's Herz nicht hinein --

Wenn's ewig so bliebe

Wie todt würd' es sein!

Du Nebel, wie liegst du

Vor'm Auge so dicht,

Was legst du, was schmiegst du

Um's Herze dich nicht?

Was hüllst du es stille

Und schmerzlos nicht ein?

Mein Streben, mein Wille

Ist matt wie ein Stein.

Die Mutter, die meinte:

Die Liebe kommt bald:

Ich bebte und weinte,

Mir war es so kalt!

Du Lied, mein Erretter,

Lehr' lieben mich ihn, --

Wie fallen die Blätter,

Wie heult's in Kamin!