Das Ungewitter
Haydn, Joseph
Chor
Ach! das Ungewitter nah't. Hilf uns, Himmel!
O, wie der Donner rollt! O, wie die Winde toben!
Wo flieh'n wir hin! Flammende Blitze durchwühlen die Luft;
den zackigen Keilen berstet die Wolke, und Güsse stürzen herab.
Wo ist Rettung! Wütend ras't der Sturm; der weite Himmel entbrennt.
Weh' uns! Schmetternd krachen Schlag auf Schlag
die schweren Donner fürchterlich.
Weh' uns! Erschüttert wankt die Erde bis in des Meeres Grund.
Lukas
Die düst'ren Wolken trennen sich; gestillet ist der Stürme Wut.
Hanne
Vor ihrem Untergange blickt noch die Sonn' empor.
Und von dem letzten Strahle glänzt, mit Perlenschmuck geziert, die Flur.
Simon
Zum langgewohnten Stalle kehrt, gesättigt und erfrischt,
das fette Rind zurück.
Lukas
Dem Gatten ruft die Wachtel schon.
Hanne
Im Grase zirpt die Grille froh,
Simon
und aus dem Sumpfe quakt der Frosch.
Alle drei
Die Abendglocke tönt;
von oben winkt der helle Stern, und ladet uns zur sanften Ruh'.
Männer
Mädchen, Burschen, Weiber kommt! Unser wartet süßer Schlaf,
wie reines Herz, gesunder Leib, und Tages Arbeit ihn gewährt.
Mädchen, Burschen, Weiber kommt!
Frauen
Wir geh'n, wir folgen euch.
Chor
Die Abendglocke hat getönt; von oben blinkt der helle Stern,
und ladet uns zur sanften Ruh'.