Erblicke hier, betörter Mensch
Haydn, Joseph
Aria: Simon
Erblicke hier, betörter Mensch,
erblicke deines Lebens Bild!
Verblühet ist dein kurzer Lenz,
erschöpfet deines Sommers Kraft.
Schon welkt dein Herbst dem Alter zu;
schon nah't der bleiche Winter sich,
und zeiget dir das off'ne Grab.
Wo sind sie nun, die hoh'n Entwürfe,
die Hoffnungen von Glück,
die Sucht nach eitlem Ruhme,
der Sorgen schwere Last?
Wo sind sie nun, die Wonnetage,
verschwelgt in Üppigkeit,
und wo die frohen Nächte,
im Taumel durchgewacht?
Verschwunden sind sie, wie ein Traum.
Nur Tugend bleibt.
Recitative
Die bleibt allein,
und leitet uns unwandelbar
durch Zeit und Jahreswechsel,
durch Jammer, oder Freude,
bis zu dem höchstem Ziele hin.