Karfreitag

J. Klaas

Verhangener Tag, im Wald noch Schnee,

Im kahlen Holz die Amsel singt:

Des Frühlings Atem ängstlich schwingt,

Von Lust geschwellt, beschwert von Weh.

So schweigsam steht und klein im Gras

Das Krokusvolk, das Veilchennest,

Es duftet scheu und weiß nicht was,

Es duftet Tod und duftet Fest.

Baumknospen stehn von Tränen blind,

Der Himmel hängt so bang und nah,

Und alle Gärten, Hügel sind

Gethsemane und Golgatha.