Schiffe in der Nacht

J. Kosma

Von Westen weht ein Wind übers Meer,

bläst die Lichter aus, treibt Wogen vor sich her.

Siebenundzwanzig Kiele ziehen eine schäumende Spur in die Nacht,

der Wind hat sie wieder zugemacht.

In schweren Stiefeln und groben Hosen

schlafen die Panzerschiffmatrosen

hinter jeder Kanone, die - hoch überm Osten Sterne gehn -

einsam auf Ausguckposten stehn,

hinter jeder Kanone einer.

Die Schlote werfen Feuerschein,

ungehört verhallt in den Lüften eines verirrten Nachtvogels Schrei'n.

Von Westen kommt ein Wind durch die Nacht,

und keiner der Schläfer ist aufgewacht.

Siebenundzwanzig Schlote brodeln Rauch und speien Feuerschein,

die Sterne und der halbe Himmel fallen ein!