Der Pfad den du so oft gezogen

J. Lang

Den Pfad, den du so oft gezogen,

Den ich mit dir gewandelt bin,

Schon decken ihn des Kornes Wogen,

Und Blumen nicken drüber hin;

Nur an der dichtern Lebensfülle

Erkenn' ich noch die liebe Spur,

Sonst birgt sie in der weiten Hülle

Die unermeßlich reiche Flur!

So wie der Pfad verlor dein Leben

Sich in dem reichsten Segensmeer,

Und meine frohen Blicke schweben

Gleich Sonnenstrahlen drüber her:

Wie hat der Herr dein Seyn gesegnet

Und deiner treuen Hände Saat!

Auf jedem Schritt und Tritt begegnet

Mir deine stille Liebesthat.

Umflossen von des Höchsten Güte,

Umfangen wie vom Mutterarm,

Wie fühl' ich ferner im Gemüthe

Verlassen mich, verwaist und arm!

Kein Klagen rührt sich, kein Begehren;

Erfüllung strömet um mich her;

Ein licht- und gnadenvoll Gewähren,

Als ob ich mit vollendet wär!

Sollt ich auch hoffen und nicht schauen?

Das Schauen ist des Hoffens Kern,

Wenn auch dem hoffendsten Vertrauen

Der volle Aufgang ist noch fern.

Du bist bei Ihm, in seiner Nähe

Fühl ich die deine wunderbar;

Ich bin gehalten und ich sehe

Doch in der Liebe Tiefen klar.