Es blüht der Blumen eine

J. Maier

Es blüht der Blumen eine

Auf ewig grüner Au,

Wie diese blühet keine

So weit der Himmel blau.

Wenn ein Betrübter weinet,

Getröstet ist sein Schmerz:

Wenn ihm die Blume scheinet

Ins leidenvolle Herz.

Und wer vom Feind verwundet

Zum Tode niedersinkt,

Von ihrem Duft gesundet,

Wenn er ihn gläubig trinkt.

Die Blume, die ich meine,

Sie ist euch wohl bekannt,

Die Fleckenlose, Reine

Maria wird genannt.

Maria ist's die süße,

Die Lilie auserwählt,

Die ich von Herzen grüße,

Die sich der Geist vermählt.

Maria ist's die reine,

Die also lieblich blüht,

Daß in so lichtem Scheine

Der Rosen keine glüht.

Erfreue, süße Blüthe,

Der Erde finstre Gruft,

Erblühe im Gemüthe

Mit Deinem Himmelsduft.

Und Heiligkeit und Frieden

Verleihe unsrer Brust,

Und nach dem Tod hienieden

Des Himmels ew'ge Lust.