Zum Walde, ach! zum Walde

J. Maier

Zum Walde! ach, zum Walde!

Zum Walde! sehn ich mich,

Zur stillen grünen Halde,

Dort ist mir heimathlich.

Ade! Ade! du wilde,

Du Welt voll Neid und Streit!

Mich zieht es zu dem Bilde

In Waldes Einsamkeit.

Das mir so abgeschieden,

In tiefer Waldesnacht,

So mild und so voll Frieden,

So traut entgegenlacht!

Am Abend und am Morgen

Begrüß ich Dich mein Bild,

Vertraue meine Sorgen

Der Mutter süß und mild.

Dort an der heil'gen Stelle,

Wo manche Blume sprießt

Und kühl und silberhelle

Das Brünnlein ruhig fließt.

Und wo die Rehe grasen

So friedlich rings im Kreis

Und durch den grünen Rasen

Das Bächlein rinnt so leis.

Dort bet ich ganz verborgen,

Von Gott allein gehört,

Am Abend und am Morgen,

Mein Ave ungestört.

Dich Jungfrau auserkoren,

Dich preis' ich dort allein,

Und lade zu den Horen

Die Kreaturen ein.

Und rings die Vögel singen

Mit mir in vollem Chor,

Und aus den Blumen bringen

Die Düfte süß empor.

Die Wolken aber malen

Im Bach ihr Bild so rein,

Und licht die Wellen strahlen

Wie goldner Kerzenschein.

Mich stören keine Sorgen

In meinem Friedenszelt,

So leb' ich dort verborgen

In meiner stillen Welt.

Gott grüß dich, Vöglein kleine!

Das aus dem Brünlein trinkt,

O lob mit mir die Reine,

Die uns im Bilde winkt.