Ein Abschied
J. Marx
Blaß war der Abend, kalt und feucht.
Die Bäume ließen stumm, voll Sinnen,
Die letzten Blätter niederrinnen.
Der Mond mit goldenem Geleucht
Glitt durch die krausen Wolkenwogen
Als Nachen an dem Himmelsbogen.
Der Blumen blütenloser Chor,
Im letzten Todeskrampf, erbebte
Und hielt für einen Meteor
Ein Blatt, das rötlich niederschwebte.
Allein stand ich am Trauerort
Und in der Seele tiefstem Hort
Starb meine Jugend ohne Qualen;
Sie bot den letzten Abschied mir
Und segnete mich für und für
Mit des verblaßten Spätrots Strahlen.
Ich aber schluchzte, reudurchpeint,
In namenlosem Schmerz verloren,
Wie einst der erste Mensch geweint
An des verlornen Edens Thoren.