Abschied vom Rigi

J. Nater

Ich steig' in's tiefe Thal hinab

Zu Goldau's stillen Gründen.

Die Alpenros' schmückt Hut und Stab,

Die Pilgrin half sie winden.

Ich juble stumm.

O Rigi, du mein Alpenland,

Wo ich die reinste Freude fand.

Leb' wohl, leb' wohl,

Ich muß dich meiden,

Für lange scheiden!

So schreit' ich wie im Traum dahin

Vom Kulm zum Staffel nieder.

Grüß Gott dich, liebe Pilgerin,

Ade, ihr trauten Brüder!

Ich juble stumm.

O Rigi, du mein Alpenland,

Wo ich die reinste Freude fand.

Leb' wohl, leb' wohl,

Ich muß dich meiden,

Für lange scheiden!

Am Kirchlein zieh' ich still vorbei,

Der heil'gen Wallfahrtsstätte;

Zu Dossen lockt mich die Schalmei,

Daß ich noch oben bete!

Ich juble stumm.

O Rigi, du mein Alpenland,

Wo ich die reinste Freude fand.

Leb' wohl, leb' wohl,

Ich muß dich meiden,

Für lange scheiden!

Vom Dächlein blick' ich in das Thal,

Die Scheideck grüßt hernieder.

Mich dünkt, es rauscht der Wasserfall

Mir seine Abschiedslieder.

Ich juble stumm.

O Rigi, du mein Alpenland,

Wo ich die reinste Freude fand.

Leb' wohl, leb' wohl,

Ich muß dich meiden,

Für lange scheiden!