Vermählungsgesang

J. Raff

Lasst ruhen, lasst ruhen den lärmenden Streit,

in Freuden und Wonnen verfliege die Zeit.

Wie die Lerche begrüßt mit jubelndem Schlag

nach dem Winter den ersten Frühlingstag,

so schwinge sich nun meines Liedes Schall

über alles, was lebet im Weltenall;

denn heute, o hört es, wird angetraut

der edelste Ritter der herrlichsten Braut.

Das tönt durch die wogende Meeresflut,

durch die Wolken tönt's in der Abendglut,

es hören's die Blumen in Feld und Au,

zu den Vögeln dringt es im Himmelsblau.

Und aller Herzen erfüllet der Klang,

und sie stimmen ein in den Jubelsang:

"Ja heute, o hört es, wird angetraut

der edelste Ritter der herrlichsten Braut!"