Der Tod

J. Reichardt

Wie wird mir dann, o, dann mir seyn,

Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun!

In ihm entschlafen werde!

Von keiner Sünde mehr entweiht!

Entladen von der Sterblichkeit!

Nicht mehr der Mensch von Erde!

Freu dich,

Seele!

Starke, tröste

Dich, Erlöste,

Mit dem Leben,

Das dir dann dein Gott wird geben!

Ich freue mich und bebe doch!

So drückt mich meines Elends Joch,

Der Fluch der Sünde, nieder!

Der Herr erleichtert mir mein Joch!

Es stärkt, durch ihn, mein Herz sich doch,

Glaubt und erhebt sich wieder!

Jesus!

Christus!

Laß mich streben,

Dir zu leben!

Dir zu sterben!

Deines Vaters Reich zu erben!

Verachte denn des Todes Graun,

Mein Geist! Er ist ein Weg zum Schaun.

Der Weg im finstern Thale!

Er sey dir nicht mehr fürchterlich!

Ins Allerheiligste führt dich

Der Weg im finstern Thale!

Gottes

Ruh' ist

Unvergänglich!

Überschwenglich!

Die Erlösten

Wird sie unaussprechlich trösten!

Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht

Die mich, wenn nun mein Auge bricht,

Zu deinen Todten sammelt.

Vielleicht umgibt mich ihre Nacht,

Eh' ich dieß Flehen noch vollbracht,

Mein Lob dir ausgestammelt!

Vater!

Ich befehle

Meine Seele

Deinen Händen,

Itzo, Vater, deinen Händen!

Vielleicht sind meiner Tage viel;

Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel,

An dem die Krone schimmert!

Bin ich von meinem Ziel noch weit;

Die Hütte meiner Sterblichkeit,

Wird sie erst spät zertrümmert:

Laß mich,

Vater!

Gute Thaten,

Gute Thaten

Mich begleiten

Vor den Thron der Ewigkeiten!

Wie wird mir dann, ach, dann mir seyn,

Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun,

Ihn dort anbeten werde!

Von keiner Sünde mehr entweiht!

Ein Mitgenoß der Ewigkeit!

Nicht mehr der Mensch von Erde!

Heilig!

Heilig! singen

Wir dir! bringen

Preis und Ehre!

Dir, der war und seyn wird, Ehre!