Wie der Wächter in den Weingeländen

J. Schelb

Wie der Wächter in den Weingeländen

seine Hütte hat und wacht,

bin ich Hütte, Herr, in deinen Händen

und bin Nacht, o Herr, von deiner Nacht.

Weinberg, Weide, alter Apfelgarten,

Acker, der kein Frühjahr überschlägt,

Feigenbaum, der auch im marmorharten

Grunde hundert Früchte trägt:

Duft geht aus aus deinen runden Zweigen.

Und du fragst nicht, ob ich wachsam sei;

furchtlos, aufgelöst in Säften, steigen

deine Tiefen still an mir vorbei.