Erörterung

J. Sterkel

Fühlst du der Liebe tiefbewegend Sehnen,

Lös't sich die Wehmuth auf zu stillen Thränen;

Es ist das Herz, dem ihre Götterkraft

Der süßen Schmerzen Wonne schafft.

Wenn bei der Töne magischem Empfinden

Sich um Erinnerungen Blüthen winden;

Es ist die Seele, die ihr Duft entzückt,

Und die des Kranzes holder Schimmer schmückt.

Hält süßer Wahn der Andacht dich umfangen,

Beflügelt dich ein himmlisches Verlangen,

Es ist das hohe zärtliche Gemüth,

Das ahnungsvoll zum heil'gen Traum entglüth.

Wenn, der Gewalt des Irdischen entrissen,

Sich der Gedanke wiegt in schöneren Genüssen,

Es ist der Geist, den inn're Kraft beschwingt,

Daß er zum Licht des Ewig-Schönen dringt.