Der Ruhesitz

J. Sterkel

Im grünen Thal ein Hüttchen lag,

Am Quell mit feuchtem Moose;

Nur Lehm die Wänd', und Stroh das Dach,

Der Zaun von wilder Rose.

Der Hüttner baut' ein kleines Gut,

Und lebte fromm und wohlgemut.

Ihm schien ein wenig Land und Vieh

Für Frau und Kind ein Segen:

Um Fleiß und Tugend wählt' er sie,

Nicht reicher Freundschaft wegen.

Das fromme Paar genoß mit Dank

Sein Brot und seiner Quelle Trank.

Einst saßen beid am Hüttchen so

In warmen Abendstunden:

Nun liebes Weib, begann er froh:

Nun hab' ich Rath gefunden!

Auch wir wohl trösten Bürgernoth,

Gab uns auch Gott nur wenig Brot!

Sieh dort den Weg durch öden Sand

Der Heide lang gedehnet,

Wo matt der Wandrer und verbrannt

Nach kühlem Schuz sich sehnet.

Bepflanzen wir des Moores Saum

Zum Schattensiz mit Busch und Baum.

Der Morgen graut; sie gehn zum Moor;

Ihr Werk geräth in Eile.

Nun grünt ein Wäldchen dicht empor,

Des Wandrers Lust und Weile.

Ihr Staub auch ruht in ihrem Hain,

Gepriesen ohn' Erinnrungsstein.