Absterben

J. Wetzel

Wenn ich Kinder spielen sehe

Und ihr Spiel nicht mehr verstehe

Und ihr Lachen fremd und töricht klingt,

Ach das ist vom bösen Feinde,

Den ich ewig ferne meinte,

Eine Mahnung, die nicht mehr verklingt.

Wenn ich Liebesleute sehe

Und zufrieden weiter gehe

Ohne Sehnsucht nach dem Paradies,

Ach das ist ein still Verzichten

Auf des Herzens tiefstes Dichten,

Das der Jugend Ewigkeit verhieß.

Wenn ich böse Reden höre

Und mich nicht mehr heiß empöre

Und gelassen tu, als hört ich's nicht,

O dann zuckt im Herzen,

Still und ohne Schmerzen,

Und erlischt das heilige Licht.