Geständnis

K. Weigl

Du führtest mich zuerst ins Heiligtum

Zu lichter Götter Bildern und Altären,

Du lehrtest, was sie weigern und gewähren,

Der Menschen Schicksal und der Helden Ruhm.

Du schmolzest sanft mit langem Liebeskuß

Der Kindheit Siegel mir von Mund and Augen,

Und ließest mich von deinem Blute saugen,

Zu meiner mischend deiner Seele Fluß.

So ward mein Blut, Geliebter, dir leibeigen,

Von einem Quell des deinen unterjocht,

Der es mit Sehnsucht nach sich selbst entzündet.

Nach dir muß es verlangen, stürzen, steigen,

Bis es im Meere deines Herzens mündet,

Und gleichen Schlag mit seinem Schlage pocht.