Das eine Wort

K. Zelter

Will der Mensch ein Werk vollbringen,

Wähl' er sich ein ernstes Wort,

Das ihn treibe fort und fort,

Und das Schwere wird er zwingen.

Auf den Himmel ist gut bauen,

Aber zu Gebet und Sang

Weiß ich einen dritten Klang,

Und ich will' ihn euch vertrauen.

Wenn der Wandersmann sich wendet

Nach dem weit enleg'nen Ort,

Stärkt ihn wohl dies eine Wort,

Und der Weg ist bald vollendet.

Auch der Schiffer hält's in Ehren,

Muthig steuert er dahin.

Hat er nur dies Wort im Sinn,

Kann die Fahrt ihm keiner wehren.

Will den Himmel einer messen,

Und der Sterne ew'gen Lauf,

Wie sie ziehen ab und auf,

Darf er nie dies Wort vergessen.

Wißt ihr, wer die Bahn gebrochen?

War's nicht Blücher, unser Held?

Denn sie räumten ihm das Feld,

Wie er dieses Wort gesprochen.

Dauern wird's zu späten Jahren

Wenn wir in dem Herzen treu,

In dem Herzen frisch und frei,

Uns dies eine Wort bewahren.

Wandersleut' sind wir auf Reisen,

Vor uns lieget Berg' und Höh'n,

Tiefe Wälder, breite Seen,

Darum, Vorwärts! soll es heissen.