Von Cyanen

L. Ehlert

Von Cyanen laß den linden

Kranz dir winden,

Von Cyanen laß den rechten

Kranz dir flechten.

Schön mit deinen dunklen Haaren

Wird das dunkle Blau sich paaren.

Ceres selbst im Götterschimmer

Kränzt mit anderm Schmuck sich nimmer.

Du bist meines Lebens Ceres;

Ohne dich, mein Sein, was wär' es?

Dorn und Distel würden stehen,

Wo jetzt goldne Saaten wehen.

Du bist meine Segens-Ernte,

Meine blumenmilddurchsternte.

Deine Lieb' ist meine Garbe,

Daß mein Herz nicht Nahrung darbe.

Ewig sich von deinen Ähren

Müssen meine Wünsche nähren,

Und mit deiner stillen Blüthe

Muß sich schmücken mein Gemüthe.

Blaue Blüthe, Bild der Treue,

Blauer als des Himmels Bläue,

Dich, mir ewig treu geblieben,

Müss' ich ewig, ewig lieben.