Erlösung

L. Héritte-Viardot

Die Nebelhexen brauen im Thal.

Widrige Dünste,

Wallen und weben,

Steigen und schweben

Um Busch und Gestein

Und hüllen mich ein.

Sie greifen tastend

Nach meiner Hand,

Sie hängen lastend

In Haar und Gewand,

Wohin ich dränge,

Sie eilen mit,

In Noth und Enge,

Sie halten Schritt -- --

Wehe -- wer hilft?

Sieh, da schwingt es durch die feuchten

Nebel sich mit lichtem Schein,

Goldne Funken sprühn und leuchten

In die Dämmerung hinein...

Neubelebt, aus Nacht und Bangen,

Heb ich gläubig mein Gesicht,

Und um die erblichnen Wangen

Spielt der Sonne Himmelslicht.