An die Nacht

L. Rée

Breitest wieder, o Nacht,

Freundliche Trösterin,

Deine friedliche Macht

Über die Erde hin!

Leichte Nebel entsteigen,

Und die Scheibe des Mondes lacht.

Was entschwunden mir war

Flüchtig im Tageslauf,

Komme ruhig und klar

Wieder mit dir herauf!

Nicht verdunkle den Morgen

Früh ausschwärmender Sorgen Schaar!

Deiner Fittige Zug wehen von Haus zu Haus,

Lösch' im schwebenden Flug

Leise die Lichter aus!

Manch ein trauerndes Auge

Ist verwacht und verweint genug!

Doch befor du den Saum

Deines Gewandes hebst

Und im ewigen Raum

Über die Sterne schwebst,

Weile bie der Geliebten,

Bring' ihr Grüße von mir im Traum!