Herbstgedanken

L. Schnorr von Carolsfeld

Mein Aug' hat keine Tränen,

mein Mund verstummt in Schmerz;

ein namenloses Sehnen

durchzieht mein trauernd Herz.

Die Welt ist öd' zum Grauen,

der Himmel kalt und bleich;

beraubet sind die Auen

der Blütenpracht so reich.

Gar traurig rauscht das Bächlein

hin unterm fall'nden Laub!

Verstummt sind alle Vöglein,

auch ihr Sang Herbstesraub!

Entfernt von allen Lieben

stirbt hin die Freude mein!

Ach, nichts ist mir geblieben;

was soll ich hier allein?