Die Nacht

C. Loewe

Die Erde ruht, das Herz erwacht;

Auf strebt der innre Sinn!

Die Engelwelt voll Glanz und Pracht

Zieht still und ruhig durch die Nacht

Der Menschen hin.

Das Auge steiget himmelan,

Hoch über Staub und Tand!

Die Hoffnung spricht: des Lebens Bahn

Führt auf zum hehren Sternenplan,

Ins Vaterland!

Der Engel, den der Staub noch hält,

fliegt seinen Brüdern zu.

O Gottes Land, von Glanz erhellt,

wenn alles um uns welkt und fällt,

du gibst uns Ruh'!