Hildegundens Nachruf (Vogelfrei)

M. Görres

Selig fahre,

Der da fährt, des Herzens stiller

Trautgesell seit manchem Jahre!

Wo er wolle, wo er wohne,

Weile Friede, wie da weilte,

Da die Reine des genesen,

Der der Welt die Wunden heilte.

Der der Welt die Wunden heilte,

Möge sein in Gnaden pflegen,

Mag' im fernen fremden Lande

Ihn geleiten und umhegen;

Ihn umhegen und geleiten,

Daß er gute Herberg finde;

All die Hüterschar des Himmels

Sei ihm holdes Fahrtgesinde;

Sei ihm treuer Weggenosse,

Der Tobias' Sohn gen Meden

Und zurück zu Herd und Hufe

Führte durch Gebirg und Öden!

Und du Hochgebenedeite,

Die zu helfen nie versagte,

Wenn ein Herz voll Harm und Sorge

All sein stummes Weh dir klagte:

Hehre Frau, zu deinen Füßen

Weint die Jungfrau: selig fahre,

Der da fährt, des Herzens stiller

Trautgesell seit manchem Jahre!