Der Sturm

M. Jaëll

Mir sagt der Sturm du musst sie lassen!

ich eilt davon, nicht konnt' ich's fassen.

Das Stürmen tobend mit mir eilt

wie eine Meute um mich heult!

Mir ward' so bang, ich wollt entfliehn

des Sturmes Worte mit mir ziehn:

Horch auf: schon morgen ist sie fern;

im wildes Sturm entsagen lern'

Blick zu mir her, mir gleicht dein Herz

Fühl mein Erbeben, se ist dein Schmerz

So wie ich tobe, tobt's in dir;

dich selbts siehst dy verwüstet hier.

Mit stillem Schauder streift mein Blick

zur Blüthenflur, zum wald zurück;

vernichtet ist des Lenzes Pracht

die Schönheit die mir einst gelacht!

Nun komm' icht eilend zu dir, mein Kind;

O sag' mir schnell, spricht wahr der Wind?

Muss ich dicht lassen, entfliehst du mir?

ist ewig nicht das Glück bei dir?

Nicht hört' ich mehr das Sturmes Macht.

Der Wind was schon zur Ruh' gebracht

Mir blickt mein Lieb' in's Angesicht

enwichen war der Bösewicht