Abendglöcklein

M. Kremer

Des Glöckchens Schall durchtönt das Tal,

Mir Ruhe zu verkünden;

Nur ich allein mit meiner Pein

Vermag sie nicht zu finden.

Wann läutest du denn mir zur Ruh'

Von deinem Kirchlein droben?

Sei ruhig, Herz! Ein jeder Schmerz

Hört einmal auf zu toben.

Einst wird dich schon des Glöckchens Ton

Mit deiner Qual versöhnen.

Und schweigt der Klang auch noch so lang,

Er muß doch endlich tönen!