Die lieben Hände

M. von Kralik

Wenn deine Hände sich um meine legen,

nimmst du zu eigen mich in solche Haft,

dass meines ganzen Lebens Halt und Kraft

entschläft in diesem zärtlichen Umhegen.

Von innen aber zückt ein neu Bewegen;

erglommen heiß in der Berührung Rausch

fühl' ich zu ungemess'nem Liebestausch

des Blutes Welle fluten dir entgegen.

O Hände voll der Gaben, mir so teuer,

der Lustb geheimstes Wunder tut ihr kund;

es fließt von euch zu mir ein magisch Feuer,

verschmelzend unbekannte Elemente,

die lebend werden erst durch ihren Bund

und tot sind, wenn sich eins vom andern trennte.